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Achillessehnenbeschwerden

Die zehn bis zwölf Zentimeter lange Achillessehne verläuft zwischen Fersenbein und der Wadenmuskulatur. Sie ermöglicht Bewegungen wie das Abrollen der Ferse, das Abspringen vom Boden, das Stehen auf Zehenspitzen und das Treten des Gaspedals im Auto. Als stärkste Sehne im menschlichen Körper ist sie häufigen und intensiven Belastungen ausgesetzt, insbesondere durch sportliche Aktivitäten wie Dauerlauf. Bei Sprüngen und dem Auftreten in schneller Laufgeschwindigkeit muss sie bis zu einer Tonne Gewicht abfedern.

Starken Beschwerden im Bereich der Achillessehne gehen in der Regel mehr oder minder ausgeprägte Vorschäden am Sehnengewebe voraus. Bei Leistungs- und Breitensportlern sind Achillessehnenbeschwerden keine Seltenheit, zahlreiche Nichtsportler sind im Laufe ihres Lebens ebenfalls betroffen. Sehnen sind nur schwach durchblutet und können sich daher nur eingeschränkt regenerieren. Risse in der Achillessehne entstehen meist im Übergangsbereich zwischen Muskeln und Sehne oder an der Ansatzstelle am Fersenbein.

Symptome bei Achillessehnenbeschwerden

Beschwerden im Bereich der Achillessehne sind in der Regel an Verdickungen und erhöhter Druckempfindlichkeit zu erkennen. Der Fuß ist nur unzureichend belastbar, die Ferse lässt sich nur schlecht abrollen und das Stehen auf den Zehenspitzen fällt schwer. Falls erste Symptome aufgrund ihrer noch geringen Ausprägung ignoriert werden, kann es zu einem chronischen Reizzustand kommen (Achillessehnenentzündung).

Schmerzen treten in der Regel zunächst bei einsetzender Belastung und nach dem Aufstehen auf, durch längere intensive Belastung können sich die Beschwerden stark intensivieren. Eine akute Überreizung ist oftmals mit einem Knirschen beim Anheben und Absenken des Fußes verbunden. Schwellungen im Bereich der Ferse und des Knöchels zählen zu den häufigen Begleiterscheinungen von überreizten Achillessehnen. Ein chronischer Reizzustand kann zu einer kolbenförmigen Ausbuchtung im mittleren Bereich der Achillessehne führen. Reißt die Achillessehne, ist dies mit einem plötzlich inmitten der Bewegung einsetzenden Schmerz verbunden, der in der Regel schnell wieder nachlässt. Meist ist beim Durchreißen der Achillessehne ein lautes und knallartiges Geräusch zu hören. Gehen und typische Bewegungen wie das Stellen auf die Zehenspitzen sind bei gerissener Achillessehne nicht möglich. Eine frisch zugezogene Verletzung der Achillessehne ist meist auch an einer ertastbaren Delle an der Rissstelle zu erkennen.

Ursachen für Achillessehnenbeschwerden

Für Beschwerden und Schmerzen im Bereich der Achillessehne ist in erster Linie durch Überlastung hervorgerufener Verschleiß verantwortlich. Das vom Körper gebildete Ersatzgewebe ist wesentlich weniger beanspruchbar als das völlig intakte ursprüngliche Sehnengewebe. Überlastungen der Achillessehne entstehen meist durch sportliche Aktivitäten ohne angemessene Aufwärmübungen und Regenerationsphasen. Ungünstiges Schuhwerk bei laufintensiven Sportarten kann zu Schäden an der Achillessehne führen, die das Risiko für starke Beschwerden erhöhen.

Weitere häufige Ursachen sind Fehlstellungen der Füße, Arbeiten wie das Anheben von Lasten auf unebenem Untergrund und Bewegungseinschränkungen durch andere Gelenkdefekte wie Fersensporne und Schleimbeutelentzündungen. Eine gut trainierte Wadenmuskulatur verringert das Risiko für Beschwerden an der Achillessehne.

Diagnostik von Achillessehnenbeschwerden

Meist führen erst stark schmerzhafte Entzündungsreaktionen im Bereich der Achillessehne dazu, dass ein Arzt aufgesucht wird. Zu lange sollte man mit dem Arztbesuch jedoch nicht warten, da Achillessehnenbeschwerden dazu neigen, chronisch zu werden. Nach der Anamnese und körperlichen Untersuchung beim Orthopäden können die Beschwerden den einzelnen Sehnenabschnitten zugeordnet werden. Die Übergänge zwischen den Symptomen von Überlastungen, Teilrupturen und komplett gerissenen Achillessehnen sind teilweise fließend. Erst eine Untersuchung mit bildgebenden Verfahren wie Ultraschall, Kernspintomographie und Röntgen gibt genauen Aufschluss über das Ausmaß der Schäden an der Achillessehne und dem umliegenden Gewebe im Fußgelenk.

Therapie von Achillessehnenbeschwerden

Eine gereizte Achillessehne muss in der Regel zunächst geschont werden, wobei Dehnübungen für die Wadenmuskeln häufig zusätzlich zur Entlastung beitragen können. Ein bewährtes physiotherapeutisches Mittel ist das sogenannte exzentrische Krafttraining, bei dem mehrfach täglich das Stellen auf die Zehenspitzen an Treppenstufen über mehrere Wochen hinweg durchgeführt werden soll. Auch können Radfahren am Ergometer und Schwimmen zur möglichst schnellen Beschwerdefreiheit beitragen. Bewegungstraining bei einer gereizten Achillessehne sollte jedoch nur nach Absprache mit einem erfahrenen Orthopäden erfolgen.

Konservative Therapieansätze wie Bäder, Stoßwellentherapie und Akupunktur haben das Ziel, die Durchblutung schnell zu verbessern. Gute Heilerfolge bei Achillessehnenbeschwerden können auch mit Laser- und Reizstrombehandlungen erzielt werden. Langfristig hilfreich ist in der Regel eine Analyse der individuellen Bewegungsabläufe im Fußgelenk am Laufband. Unbedingt sollte darauf geachtet werden, individuell möglichst geeignetes Schuhwerk zu tragen. Kortisonspritzen bewirken zwar eine schnelle Besserung bei Entzündungen, können das Sehnengewebe aber weiter angreifen und zu einer erhöhten Anfälligkeit für erneute Reizzustände und Verletzungen führen.

Bei gerissener Achillessehne wird insbesondere jungen Patienten und Sportlern zu einer Operation geraten, bei der die durch den Riss entstandenen zwei Enden wieder zusammengenäht werden. In der Regel besteht hierfür eine gute Prognose bei minimalinvasiven Eingriffen (Arthroskopie).

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Zuletzt aktualisiert am: 28.03.2022

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