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Hüftarthrose (Hüftgelenksarthrose)

Hüftgelenksarthrose (Coxarthrose) bezeichnet degenerative Verschleißerscheinungen im Hüftgelenk, die mit eingeschränkter Beweglichkeit und Schmerzen einhergehen. Die Symptome und Beschwerden sind zunächst nur gering, verstärken sich aber zunehmend, wenn nicht reagiert wird. Der Verschleiß an sich kann nicht aufgehalten werden, aber die moderne Orthopädie bietet zahlreiche konservative und operative Behandlungsmöglichkeiten, um die Beschwerden zu lindern und die Beweglichkeit zu erhalten.

Gelenkverschleiß und Arthrose

Arthrose kann gerade in höherem Alter in jedem Körpergelenk auftreten. In einem völlig intakten Gelenk verhindert eine ausreichend dicke Schicht Knorpel, dass die Enden der im Gelenk miteinander verbundenen Knochen aufeinander reiben. Die volle Beweglichkeit ist gegeben und es treten keine Schmerzen durch direkt aufeinandertreffende Knochen auf. Der Befund Arthrose stellt fest, dass die schützende Knorpelschicht zwischen den Knochen dünner wird.

Dieser Prozess ist langwierig, sodass die Arthrose verschiedene Stadien durchläuft, bevor das betroffene Gelenk nicht mehr ausreichend funktionstüchtig ist. Eine fortgeschrittene Arthrose führt dazu, dass die Knochen mit Druck aufeinander reiben, was große Schmerzen auslöst. Die Bewegungsfähigkeit wird hierdurch stark eingeschränkt, im schlimmsten Fall droht schließlich die Versteifung des nicht mehr benutzbaren Gelenks.

Hüftarthrose: Symptome und Verlauf

Hüftarthrose tritt vor allem bei Senioren auf und ist eine der häufigsten Formen von Arthrose beim Menschen. Im Hüftgelenk treffen Oberschenkelkopf und Hüftpfanne aufeinander. Der komplexe Aufbau ermöglicht eine hohe Beweglichkeit im gesunden Gelenk. Bei Verschleißerscheinungen kann diese jedoch schnell in hohem Maße eingeschränkt werden.

Ab dem 45. Lebensjahr liegt statistisch betrachtet ein erhöhtes Risiko für Hüftarthrose vor. Bereits bei ersten Beschwerden sollte idealerweise ein Orthopäde aufgesucht werden, um bestmöglich mit dem beginnenden Gelenkverschleiß umzugehen und späteren Bewegungseinschränkungen vorzubeugen.

Wie macht sich die Arthrose in der Hüfte bemerkbar?

Anzeichen für Hüftgelenksarthrose können sein:

  • Anlaufschmerzen und Steifigkeit im Bereich der Hüfte
  • Belastungsschmerzen
  • Bewegungseinschränkungen und Gehstörungen
  • Beschwerden beim Treppensteigen
  • Im fortgeschrittenen Verlauf: Ruheschmerzen

Diagnose beim Orthopäden

Der erste Ansprechpartner bei Beschwerden im Hüftgelenk ist der Orthopäde. Bei der Anamnese werden die individuelle und familiäre Krankheitsgeschichte sowie die Lebens- und Ernährungsweise thematisiert. Danach analysiert der Orthopäde die Körperhaltung und überprüft diese auch beim Gehen, um mögliche Auffälligkeiten zu entdecken. Anschließend erfolgt noch eine ausführliche körperliche Untersuchung inklusive der funktionellen Analyse beider Hüftgelenke.

Eine anschließende Röntgenuntersuchung gibt Sicherheit über die Knochensituation im Hüftgelenk. Wenn sich als Folge von Hüftarthrose die Gelenkspalte verschmälert hat, ist dies auf den Röntgenaufnahmen normalerweise gut zu erkennen. Je enger der Spalt, umso fortgeschrittener ist die Hüftgelenksarthrose bereits. Weitere individuelle Auffälligkeiten auf dem Röntgenbild können nun ebenfalls in die Diagnose einfließen, um die individuell bestgeeignete Therapie einzuleiten.

Oftmals wird zudem eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt, damit auch die weichen Gewebe der Gelenkstruktur wie Bänder und Muskeln sowie die Gelenkflüssigkeit optisch erfasst werden. Zur noch präziseren Diagnostik von wichtigen Einzelheiten kann eine Magnetresonanztomografie oder Computertomographie sinnvoll sein.

Konservative Therapie von Hüftarthrose

In der Regel lassen sich die Beschwerden bei Hüftgelenkarthrose mit konservativen Mitteln wie Physiotherapie, Massagen, Schmerztherapie, Bädertherapie und Injektionen ausreichend lindern und ausgleichen, wenn die orthopädische Behandlung früh genug ansetzt.

Das erste Ziel einer konservativen Behandlung von Hüftarthrose ist die Schmerzlinderung, um auf diese Weise zu einer schnellen Entlastung der Gelenke beizutragen. Akute starke Schmerzen können meist mit Medikamenten ausgeglichen werden. Physiotherapeutische Behandlungen können den Heilungsprozess gezielt fördern. Neben einfachen Bewegungsübungen zählen hierzu beispielsweise auch Elektrotherapie, Bewegungsbäder und Wärmetherapie.

In den frühen Stadien von Hüftgelenksarthrose können die Patienten in hohem Maße selbst aktiv werden, um weiterem Verschleiß von Knorpelmasse entgegenzuwirken. Der negative Einfluss von Risikofaktoren wie Übergewicht sollte schnellstmöglich minimiert oder im Idealfall gänzlich ausgeschaltet werden. Unterstützt werden kann die Entlastung und Regeneration des Hüftgelenks auch mit Gehhilfen wie Stöcken und weichen Schuheinlagen. Unter geeigneten Voraussetzungen tragen Injektionen mit Hyaluronsäure und Eigenbluttherapieverfahren zur temporären Verbesserung der Beschwerden bei.

Operative Therapie von Hüftarthrose

Falls die konservativen Therapien nicht mehr weiterhelfen, bestehen diverse chirurgische Behandlungsmethoden. Durch Arthrose sehr stark angegriffene Hüftgelenke müssen in der Regel operiert werden, um die Beschwerdefreiheit wiederzuerlangen. Hierfür haben sich verschiedene Verfahren etabliert. Im Wesentlichen bestehen die beiden Ansätze, das beschädigte Gelenk zu reparieren oder es zumindest teilweise durch ein künstliches Hüftgelenk zu ersetzen.

Bei jüngeren Patienten mit noch nicht zu starker Hüftgelenkarthrose kann die Beschwerdefreiheit oftmals noch durch die operative Anpassung des organisch gewachsenen Gelenks erreicht werden. Bei stark fortgeschrittener Arthrose im Seniorenalter hilft jedoch meist nur noch der Austausch von Gelenkteilen oder des gesamten Hüftgelenks durch künstliche Nachbildungen. Das Zusammenwirken von erfahrenen Orthopäden und Chirurgen sorgt im Normalfall für eine langfristige Zufriedenheit des Patienten mit seinem neuen Hüftgelenk.

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Zuletzt aktualisiert am: 24.03.2022

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