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Selbsthilfe bei Migräne
Welche Maßnahmen funktionieren?

Migräne gilt als eine neurologische Erkrankung, bei der eine vorübergehende Funktionsstörung des Gehirns vorliegt. Zahlreiche Menschen leiden an Kopfschmerzattacken, die von der Intensität und Häufigkeit sehr unterschiedlich ausfallen können. Experten des Fachgebiets zufolge leiden in etwa 12 bis 14 Prozent aller Frauen und 8 Prozent aller Männer an der Krankheit.

Durch die vielen verschiedenen Symptome und Ausprägungen gilt Migräne als eine sehr komplexe Erkrankung, die auch nicht immer leicht zu diagnostizieren ist. Dennoch lassen sich einige Maßnahmen finden, wodurch ein Migräneanfall gemindert oder sogar verhindert werden kann. Wichtig ist zu wissen, was bei einem selbst Anfälle auslöst.

Was ist Migräne?

Formen: Eine einheitliche Definition für Migräne ist aufgrund ihrer Vielschichtigkeit kaum möglich. Gemein sind allen wiederkehrende Kopfschmerzattacken. Des Weiteren treten weitere Symptome wie beispielsweise Übelkeit, Lichtempfindlichkeit oder Appetitlosigkeit auf.

Laut der Klassifizierung nach den IHS-Kriterien haben sich vor allem zwei Formen international durchgesetzt: Migräne mit Aura und Migräne ohne Aura. Daneben werden unter anderem folgende Arten unterschieden:

  • vestibuläre Migräne
  • Migräne der Augen
  • menstruelle Migräne
  • Migräne mit Hirnstammaura
  • abdominelle Migräne
  • hemiplegische Migräne

Bei Migräne mit Aura gehen zumeist Sehstörungen, Sprachstörungen oder Kreislaufprobleme den Kopfschmerzattacken voraus, sie kündigen im Grunde die bevorstehende Migräne an. Häufiger kommt aber Migräne ohne Aura vor, bei rund 80 Prozent der Betroffenen. Auch Kinder, häufiger Jugendliche können bereits an Migräne erkranken.

Ursachen: Genau geklärt sind die neurologischen Ursachen bei einer Migräne nicht. Womöglich ist eine stärkere Durchblutung verschiedener Gehirngefäße für die Schmerzen verantwortlich bzw. sie verursachen schmerzliche Entzündungen an den Gefäßwänden. Für solch eine übermäßige Durchblutung können Störungen der Gewebshormone ursächlich sein.

Heute ist bekannt, dass es eine genetische Disposition gibt, sprich Migräne ist durchaus vererbbar. Weiterhin existieren sogenannte Trigger (Auslöser), die allerdings sehr unterschiedlich ausfallen können. Vermehrt sind es übermäßiger Stress, sich ändernde Wetterlagen, zu viele Reize oder auch Alkoholkonsum, die Anfälle begünstigen bzw. auslösen.

Diagnose: Bei der Diagnose ist ein umfassendes Gespräch mit einem Arzt unumgänglich. Dabei ist eine präzise Beschreibung der Symptome und der Häufigkeit sowie Intensität der Schmerzen essenziell. Daher ist es empfehlenswert, ein Kopfschmerztagebuch anzulegen. Das ermöglicht ein genaues Bild über die Beschwerden und gibt eventuell bereits Aufschluss darüber, um welche Form der Migräne es sich handelt.

Therapie: Bei einer akuten Migräne wird zumeist eine medikamentöse Behandlung angewandt. Dabei sollte das jeweilige Medikament aus nur einen Wirkstoff bestehen und die Einnahme nicht länger als 10 Tage im Monat erfolgen bei idiopathischen Kopfschmerzen. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) veröffentlicht Therapieempfehlungen zur Behandlung der Migräne, beispielsweise auch für die Selbstmedikation.

Prophylaktisch können ebenso einige Maßnahmen getroffen werden. Auch hier helfen Medikamente. Diese sollten allerdings nur zur Anwendung kommen, wenn Migräneanfälle sehr häufig auftreten, mindestens drei Tage anhalten oder bei Migräne mit Aura starke Symptome wie Lähmungserscheinungen erscheinen.

Daneben lassen sich einige Maßnahmen finden, die jeder selbst umsetzen kann. Einige werden im folgenden Absatz erläutert.

Maßnahmen zur Vorbeugung von Migräneanfällen

Migräne-Tagebuch führen

Vor allem wenn noch nicht klar ist, ob es sich um richtige Migräneanfälle oder lediglich um Kopfschmerzen handelt, kann für die Diagnose ein Migräne-Tagebuch hilfreich sein. Hier können folgende Daten Aufschluss geben:

  • Uhrzeit und Zeitraum der Anfälle
  • Stärke der Anfälle
  • Dumpfer oder stechender Schmerz
  • Einseitig oder beidseitiger Schmerz
  • Weitere Symptome wie Übelkeit oder Schwindel
  • Mögliche Trigger (Schmerzauslöser)
  • u.a.

Lebensweise auf den Prüfstand stellen

Gerade in puncto Ernährung lassen sich einige Trigger vermeiden. So stehen Histamine, welche in Zitrusfrüchten, Tomaten, Schokolade oder Rotwein vorkommen, in Verdacht, Migräne auslösen zu können. Ein Verzicht auf solche Lebensmittel kann bereits hilfreich sein.

Weiterhin ist eine gesunde Ernährung zu empfehlen. Vor allem Fertigprodukte, die Konservierungsstoffe enthalten, sind zu meiden. Ausreichend Trinken ist ebenso wichtig, da Flüssigkeitsmangel eine (Mit-)Ursache für Anfälle sein kann.

Neben einzelnen Lebensmitteln können ein geregelter Tagesablauf, ausreichend Schlaf und Routine prophylaktisch hilfreich sein.

Natürliche Mittel

Zusätzlich hilfreich können Hausmittel oder natürliche Wirkstoffe sein. Zu letzteren zählt CBD Öl, ein Extrakt, dass aus Hanfblüten und Hanfpflanzen hergestellt wird. Es kann bei unterschiedlichen Beschwerden hilfreich sein. Dabei werden, um eine bessere Wirkung zu erzielen, sogenannte Wirkungsverstärker genutzt. CBD VITAL spricht hier vom „Entourage-Effekt“, welcher angibt, dass Pflanzenstoffgemische dann eine höhere biologische Aktivität besitzen. Besonders Terpene beeinflussen diesen Effekt. Bezeichnungen wie CBD Öl 10 geben Hinweise auf solch einen Entourage-Effekt.

Weitere Hausmittel sind zudem:

  • Kräutertees (Wachholder oder Ingwer)
  • Kaffee mit Zitrone
  • Eispackungen oder warme/kalte Bäder
  • Pfefferminz- oder Lavendelöle
  • Fußbad

Stress vermeiden

Stress ist wohl einer der wichtigsten Auslöser für Migräneattacken, zumindest wird er von Patienten am häufigsten genannt als solcher. Entspannung nach den Stresssituationen kann dabei sogar zusätzlich als Auslöser fungieren. Das haben Neurologen aus den USA in einer Studie herausgefunden. Die Forscher vermuten, dass ein schwankender Cortisolspiegel für die Anfälle verantwortlich ist. Bei Stress ist dieser stark erhöht, in der Entspannungsphase niedrig. Dieser Unterschied stelle den Auslöser dar.

Daher ist es besser, Stresssituationen möglichst zu vermeiden und Entspannungsmaßnahmen frühzeitig vorzunehmen.

Übungen gegen Migräne

Es gibt zahlreiche Übungen, die bei oder präventiv bei Kopfschmerzen helfen können.

Beispiel 1: Isometrische Übung
Hierbei wird der Muskel über Anspannung aktiviert, nicht über Streckung und Zusammenziehen. Zur Stärkung der Nackenmuskulatur werden beide Hände an die Stirn gelegt. Mit den Händen wird Druck gegen den Kopf ausgeübt. Nach wenigen Sekunden wird die Spannung gelöst, die Übung wird mehrmals wiederholt.

Beispiel 2: Akupressur
Es soll zwei Punkte am Körper geben, die durch Druckausübung Kopfschmerzen lindern können. Zum einen die Stirn. Der Punkt liegt zwischen den Augen, hier Druck ausüben und gleichzeitig mit zwei anderen Fingern am Haaransatz Druck ausüben. Der andere Punkt befindet sich zwischen Daumen und Zeigefinger.

Welche Maßnahmen sind nicht hilfreich?

Neben den genannten Maßnahmen, die unterstützend bei Migräne helfen können, gibt die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e.V. (DMKG) auch einige Hinweise, welche Methoden nicht hilfreich sind bzw. deren Wirkung nicht bewiesen ist. Beispielhaft sind das:

  • Medikamente gegen niedrigen Blutdruck oder Thymusextrakt
  • Fastenkuren, Autogenes Training, Injektionen in Nacken und Kopfhaut, Heilschlaf, Reizstrom- oder Magnetfeld-Therapie
  • Entfernung der Mandeln, Zähne oder Spülungen der Kieferhöhle
  • Sanierung des Darmes, der angeblich mit Pilzen befallen sein soll

Quelle und weitere Informationen: https://www.dmkg.de/files/dmkg.de/patienten/Download/migraeneinfo.pdf

Bildquellen:

Bild 1 und 2: Pixabay.com © mohamed_hassan (CC0 1.0))

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Zuletzt aktualisiert am: 13.05.2022

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